Karte von China und Deutschland

Deutschland und China | Wahrnehmung und Realität

Die Huawei-Studie 2016

Fokus: Digitalisierung und digitale Innovation

Hintergrund

China gehört seit Jahren zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands. Die Beziehungen beider Staaten sind traditionell freundschaftlich geprägt und derzeit so intensiv wie nie zuvor. Doch wie gut kennen die Deutschen China? Worauf basiert diese Kenntnis und wovon wird sie beeinflusst? Was halten die Chinesen von Deutschland und was sind die Gründe dafür?

Auch die dritte Ausgabe der von Huawei veröffentlichten Studie „Deutschland und China – Wahrnehmung und Realität“ stellt persönliche Wahrnehmungen und Erfahrungen der Deutschen mit China und der Chinesen mit Deutschland gegenüber. Der wissenschaftliche Partner GIGA gleicht die Befragungsergebnisse mit Fakten ab und sucht nach möglichen Gründen für das bestehende Chinabild der Deutschen und das Deutschlandbild der Chinesen.

Neben den vier etablierten Themenfeldern – „Assoziationen, Interesse, Kontakt“, „Politik und Staat“, „Wirtschaft und Innovation“ sowie „Gesellschaft und Kultur“ beinhaltet die Huawei-Studie 2016 zum ersten Mal einen zusätzlichen Fokusteil. Dieser ist den Themen Digitalisierung und digitale Innovation gewidmet.

Für die Studie hat TNS Emnid rund 2600 Personen befragt – jeweils rund 1000 aus der Bevölkerung, je 200 Wirtschaftsentscheider und je 100 politische Entscheider beider Länder.

Huawei möchte mit dieser Studienreihe einen Beitrag zum gegenseitigen Kennenlernen der Kulturen sowie zu einer Versachlichung der deutsch-chinesischen Beziehungen leisten.

Die wichtigsten Ergebnisse der Huawei-Studie 2016 finden Sie nachfolgend im Überblick.

Fokus – Digitalisierung und digitale Innovation

Die aktuelle dritte Ausgabe der Huawei-Studie enthält erstmals einen Fokusteil, in dem das Verhältnis von Deutschen und Chinesen zur Digitalisierung in den Blick genommen wird.

Wie aufgeschlossen sind Deutsche und Chinesen gegenüber digitalen Innovationen und Anwendungen? Sehen sie eher deren Nutzen oder deren Gefahren? Welchen Stellenwert haben Datenschutz und Privatsphäre? Und wie wirkt sich die Digitalisierung nach Ansicht der Deutschen und Chinesen auf den Arbeitsmarkt aus? Diese Fragen sind nur einige von vielen, die im Fokusteil der Huawei-Studie 2016 beantwortet und eingeordnet werden.

Mindestalter für den Besitz eines Smartphones

Ab welchem Alter sollten Kinder und Jugendliche ein eigenes Smartphone besitzen?

12,9
Durchschnitt
  • unter 10 Jahren
  • 10 bis 12 Jahre
  • 13 bis 15 Jahre
  • 16 bis 18 Jahre
  • weiß nicht/keine Angabe
  • (Angaben in Prozent)

Ab welchem Alter sollten Kinder und Jugendliche ein eigenes Smartphone besitzen?

15,2
Durchschnitt
  • unter 10 Jahren
  • 10 bis 12 Jahre
  • 13 bis 15 Jahre
  • 16 bis 18 Jahre
  • weiß nicht/keine Angabe
  • (Angaben in Prozent)

Nach Ansicht der Chinesen sollten Kinder ab einem Alter von durchschnittlich 15,2 Jahren ein eigenes Smartphone besitzen. Fast jeder zweite Chinese (47 %) hält sogar ein Erstbesitzalter von 16 bis 18 für angemessen.

Die Deutschen finden, dass Kinder schon ab 12,9 Jahren gut mit einem eigenen Smartphone umgehen können.

Einstellung zu digitalen Innovationen

Stehen Deutsche digitalen Innovationen eher positiv oder eher ablehnend gegenüber?

  • eher positiv
  • eher ablehnend
  • weiß nicht/keine Angabe
  • (Angaben in Prozent)

Stehen Chinesen digitalen Innovationen eher positiv oder eher ablehnend gegenüber?

  • eher positiv
  • eher ablehnend
  • weiß nicht/keine Angabe
  • (Angaben in Prozent)

82 % der Chinesen stehen digitalen Innovationen eher positiv gegenüber. Damit deckt sich das Selbstbild der Chinesen erstaunlich genau mit dem Fremdbild aus Perspektive der Deutschen. So schreiben 84 % der Deutschen den Chinesen eine positive Einstellung gegenüber digitalen Innovationen zu.

Sich selbst schätzen die Deutschen deutlich weniger aufgeschlossen ein: Ein Drittel der Befragten (33 %) schreibt der eigenen Bevölkerung eine eher ablehnende Einstellung gegenüber digitalen Innovationen zu. Dahingegen meinen 81 % der Chinesen, die Deutschen seien eher positiv eingestellt. Offenbar halten die Chinesen die Deutschen für ebenso aufgeschlossen wie sich selbst.

Digitalisierung und Arbeitsmarkt

Welcher Aussage stimmen Sie eher zu?

Durch die fortschreitende Digitalisierung werden bestehende Arbeitsplätze abgebaut.
60 %
Durch die fortschreitende Digitalisierung werden zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.
33 %
weiß nicht/keine Angabe
7 %

Welcher Aussage stimmen Sie eher zu?

Durch die fortschreitende Digitalisierung werden bestehende Arbeitsplätze abgebaut.
39 %
Durch die fortschreitende Digitalisierung werden zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen.
57 %
weiß nicht/keine Angabe
4 %

60 % der Deutschen glauben, dass durch die fortschreitende Digitalisierung bestehende Arbeitsplätze abgebaut werden.

Die Erwartung der Chinesen ist diametral entgegengesetzt: 57 % der Chinesen gehen davon aus, dass durch die Digitalisierung zusätzliche Arbeitsplätze geschafften werden.

Umgang mit persönlichen Gesundheitsdaten

Würden Sie Ihre Gesundheitsdaten an Ihre Krankenkasse weitergeben, wenn Sie dafür finanzielle Vorteile hätten oder professionelle Ratschläge zur Verbesserung Ihrer Gesundheit erhalten.

23 % Datenübermittlung für finanzielle Vorteile
41 % Datenübermittlung für professionelle Ratschläge

Würden Sie Ihre Gesundheitsdaten an Ihre Krankenkasse weitergeben, wenn Sie dafür finanzielle Vorteile hätten oder professionelle Ratschläge zur Verbesserung Ihrer Gesundheit erhalten.

67 % Datenübermittlung für finanzielle Vorteile
76 % Datenübermittlung für professionelle Ratschläge

Nicht einmal jeder vierte Deutsche (23 %) wäre aktuell dazu bereit, Gesundheitsdaten an die eigene Krankenversicherung weiterzugeben, wenn dafür finanzielle Vorteile gewährt würden. Bei den Chinesen sind es hingegen gut zwei Drittel der Befragten (67 %).

In beiden Ländern steigt die Bereitschaft zur Datenweitergabe deutlich an, wenn im Gegenzug professionelle Gesundheitsratschläge erteilt werden – bei den Deutschen auf 41 %, bei den Chinesen auf 76 %.

Studienüberblick: Assoziationen, Interesse, Kontakt

In diesem Teil der Studie werden die gegenseitigen Berührungspunkte zwischen Deutschen und Chinesen und dem jeweils anderen Land untersucht. Spontane Assoziationen, besondere Interessengebiete sowie Art und Häufigkeit des wechselseitigen Kontakts sind die zentralen Befragungsfelder.

Spontane Assoziationen

Was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie an China denken?

34 % Wirtschaftsmacht 2014: 37 2012: 28
16 % Bevölkerungswachstum 2014: 20 2012: 25
14 % Menschenrechtsmissachtung 2014: 14 2012: 16
12 % Chinesisches
Essen
2014: 14 2012: 17
12 % Chinesische Mauer 2014: 15 2012: 15
  • n. g. = nicht genannt
  • (Mehrfachantworten)

Was fällt Ihnen spontan ein, wenn Sie an Deutschland denken?

66 % Starke Wirtschaft 2014: 60 2012: 16
34 % Automobilindustrie 2014: 38 2012: 23
30 % Industrie/Technologie 2014: 19 2012: n.g.
29 % Deutsche
Charaktereigenschaften
2014: 14 2012: 5
13 % Deutsche Produkte 2014: 11 2012: 6
  • n. g. = nicht genannt
  • (Mehrfachantworten)

Gut jeder dritte Deutsche (34 %) assoziert mit China die wirtschaftliche Stärke des Landes. Aber auch gesellschaftliche und kulturelle Aspekte spielen im deutschen Chinabild eine große Rolle. 16 % aller Befragten verbinden das Land mit einem Bevölkerungswachstum. Jeweils 12 % denken an die landestypische Küche und an die Chinesische Mauer.

Die Chinesen assoziieren Deutschland in erster Linie mit Attributen aus dem Bereich Wirtschaft. Bemerkenswert ist der starke Zuwachs bei „Industrie und Technologie“ – von 19 % im Jahr 2014 auf nun 30 %.

Prominente Persönlichkeiten

Wenn Sie an chinesische Persönlichkeiten denken, wer fällt Ihnen spontan ein?

54 % Mao Zedong
8 % Ai WeiWei
5 % Konfuzius
 
5 % Deng Xiaoping
4 % Jackie Chan
  • (Mehrfachantworten)

Wenn Sie an deutsche Persönlichkeiten denken, wer fällt Ihnen spontan ein?

36 % Adolf Hitler
25 % Karl Marx
20 % Johann Wolfgang von Goethe
19 % Angela Merkel
16 % Ludwig van Beethoven
  • (Mehrfachantworten)

Auf Rang 1 der am häufigsten assoziierten Persönlichkeiten in China liegt Adolf Hitler. Darauf folgen Karl Marx, Johann Wolfgang von Goethe und Angela Merkel. Letzteres ist einigermaßen bemerkenswert: Während die deutsche Staatschefin knapp jedem fünften Chinesen gedanklich präsent ist, wird der chinesische Staatspräsident Xi Jinping nur von 2 % der Deutschen spontan genannt.

Bei den Deutschen liegt Mao Zedong auf Rang 1 der häufigsten Nennungen. Mehr als jedem zweiten Deutschen kommt er beim Stichwort China in den Sinn (54 %). Weit abgeschlagen auf Rang 2 mit gerade einmal 8 %: Ai WeiWei.

Gegenseitiges Interesse: Reiseland

Wie groß ist Ihr Interesse an China als Reiseland?

3,3
Durchschnitt 2014: 3,1
  • sehr großes Interesse
  • kein Interesse
  • weiß nicht/keine Angabe
  • (Angaben in Prozent)

Wie groß ist Ihr Interesse an Deutschland als Reiseland?

3,3
Durchschnitt 2014: 3,1
  • sehr großes Interesse
  • kein Interesse
  • weiß nicht/keine Angabe
  • (Angaben in Prozent)

Mit 67 % ist Deutschland für die Mehrheit der Chinesen ein attraktives Reiseland, während das Interesse der Deutschen an einer Chinareise mit 33 % deutlich geringer ausfällt. Seit 2014 hat sich das Interesse der Deutschen an China damit leicht verringert.

Umgekehrt ist das Interesse der Chinesen an Deutschland als Reiseziel um 7 Prozentpunkte gestiegen. Dazu passt, dass drei von vier Chinesen, die schon einmal in Deutschland waren, Urlaub als Reisegrund angeben. Das entspricht einem Zuwachs von 11 Prozentpunkten.

Gegenseitiger Kontakt

Welche Aussagen treffen auf Sie zu?

Ich war schon einmal in China.
12 % 2014: 11 2012: 11
Ich kenne Menschen aus China persönlich.
34 % 2014: 32 2012: 40
Ich nutze chinesische Produkte bzw. Marken.
52 % 2014: 56 2012: 56
Ich esse häufiger chinesisch.
47 % 2014: 53 2012: 50

Welche Aussagen treffen auf Sie zu?

Ich war schon einmal in Deutschland.
5 % 2014: 4 2012: 0
Ich kenne Menschen aus Deutschland persönlich.
3 % 2014: 3 2012: 2
Ich nutze deutsche Produkte bzw. Marken.
30 % 2014: 25 2012: 21
Ich esse häufiger Gerichte der deutschen Küche.
7 % 2014: 4 2012: 3

Bei Deutschen ist der Kontakt zu China deutlich stärker ausgeprägt als umgekehrt. Zwar waren erst 12 % der deutschen Befragten in China, doch jeder Dritte (34 %) kennt Menschen aus China persönlich; und rund jeder Zweite nutzt chinesische Produkte (52 %) und gibt an, häufiger chinesisch zu essen (47 %).

Die deutsche Küche ist in China hingegen kaum präsent. Nur 7 % der Chinesen essen häufiger deutsche Gerichte – immerhin ein leichter Anstieg um 3 Prozentpunkte seit 2014. Noch weniger Chinesen waren schon einmal in Deutschland oder kennen Menschen aus Deutschland persönlich. Allerdings: Gut jeder dritte Chinese nutzt deutsche Produkte.

Studienüberblick: Politik und Staat

Dieser Teil der Studie widmet sich Fragestellungen aus den Bereichen Politik und Staat. Die Fragestellungen betreffen unter anderem die Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung des jeweils anderen Landes, Meinungsfreiheit und Rechtssicherheit, die Umweltpolitik, Außen- und Sicherheitspolitik sowie internationale Beziehungen.

Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung

Zustimmung der Deutschen zu den folgenden Aussagen: China ist …

kapitalistisch
3,2
2014: 3,2 2012: 3,1
sozialistisch
2,7
2014: 2,7 2012: 2,5
  • Angegeben ist jeweils der Mittelwert bei einer 5-stufigen Skala von (1) „stimme voll zu“ bis (5) „stimme gar nicht zu“.
  • Ein Mittelwert von 3,2 entspricht also einer teilweisen Zustimmung.

Zustimmung der Chinesen zu den folgenden Aussagen: Deutschland ist …

kapitalistisch
2,0
2014: 2,0 2012: 2,0
sozialistisch
3,8
2014: 3,5 2012: 3,3
  • Angegeben ist jeweils der Mittelwert bei einer 5-stufigen Skala von (1) „stimme voll zu“ bis (5) „stimme gar nicht zu“.
  • Ein Mittelwert von 3,2 entspricht also einer teilweisen Zustimmung.

33 % der Deutschen halten China für kapitalistisch, doch 47 % sind der Meinung, China sei ein sozialistischer Staat. Dies zeigt, dass sich die Deutschen bei der Einordnung der chinesischen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung nach wie vor schwertun.

Das fällt den Chinesen umgekehrt deutlich leichter: Knapp vier von fünf Chinesen (78 %) stufen Deutschland als kapitalistisch ein.

Einfluss

Was empfinden Sie angesichts Chinas Stärke und Macht?

Sorge angesichts der wirtschaftlichen Stärke Chinas?
44 %
2014: 49
Sorge angesichts der politischen Macht Chinas?
5 %
2014: 59
Sorge angesichts der militärischen Stärke Chinas?
57 %
2014: 56
  • sehr/eher besorgt
  • wenig/überhaupt nicht besorgt
  • weiß nicht/keine Angabe
  • (Angaben in Prozent)

Was empfinden Sie angesichts Deutschlands Stärke und Macht?

Sorge angesichts der wirtschaftlichen Stärke Deutschlands?
13 %
2014: 15
Sorge angesichts der politischen Macht Deutschlands?
12 %
2014: 17
Sorge angesichts der militärischen Stärke Deutschlands?
14 %
2014: 16
  • sehr/eher besorgt
  • wenig/überhaupt nicht besorgt
  • weiß nicht/keine Angabe
  • (Angaben in Prozent)

Für 44 % der Deutschen gibt Chinas wirtschaftliche Stärke Anlass zur Sorge. Damit ist der Anteil der Deutschen, die Chinas Wirtschaftskraft als beunruhigend empfinden, seit 2014 um 5 Prozentpunkte gesunken. Allerdings sorgt sich über die Hälfte der Deutschen (57 %) weiterhin vor Chinas politischer Macht und militärischer Stärke.

Im Gegensatz dazu wird Deutschland in China kaum als Bedrohung empfunden – weder in wirtschaftlicher noch in politischer oder in militärischer Hinsicht.

Bedeutung internationaler Beziehungen

Welche internationale Beziehung ist Ihrer Ansicht nach – in politischer sowie wirtschaftlicher Hinsicht – die wichtigere für Deutschland?

in politischer Hinsicht
in wirtschaft­licher Hinsicht
Die Beziehung zu China ist die wichtigere für Deutschland.
5 % 2014: 6
24 % 2014: 27
Die Beziehung zu den USA ist die wichtigere für Deutschland.
36 % 2014: 38
18 % 2014: 15
China und die USA sind gleich wichtig.
58 % 2014: 56
58 % 2014: 57
weiß nicht/keine Angabe
1 % 2014: 0
0 % 2014: 1

Welche internationale Beziehung ist Ihrer Ansicht nach – in politischer sowie wirtschaftlicher Hinsicht – die wichtigere für China?

in politischer Hinsicht
in wirtschaft­licher Hinsicht
Die Beziehung zu Europa ist die wichtigere für China.
22 % 2014: 19
22 % 2014: 23
Die Beziehung zu den USA ist die wichtigere für China.
14 % 2014: 12
18 % 2014: 19
Beide Beziehungen sind gleich wichtig.
60 % 2014: 66
56 % 2014: 56
weiß nicht/keine Angabe
4 % 2014: 2
4 % 2014: 2

24 % der Deutschen halten die Wirtschaftsbeziehungen zu China für wichtiger als jene zu den USA. Nur 18 % geben der USA als Wirtschaftspartner den Vorrang. Für 58 % der Deutschen gelten die wirtschaftlichen Beziehungen zu China und den USA als gleich wichtig. Anders sieht es bei den politischen Beziehungen aus. Hier spielt China im Vergleich zu den USA aus Sicht der Deutschen eine nur untergeordnete Rolle.

In China wird den chinesisch-europäischen Beziehungen Vorrang gegenüber den USA eingeräumt – sowohl in politischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht.

Image verschiedener Länder

Welches Bild haben Sie persönlich von den folgenden Ländern?

24 % sehen China positiv 2014: 24
52 % sehen Japan positiv 2014: 51
42 % sehen die USA positiv 2014: 47
18 % sehen Russland positiv 2014: 18
  • Angegeben sind jeweils die Top-2-Werte, also die Summe aus (1) „sehr positiv“ und (2) „eher positiv“ (bei einer 5-stufigen Skala).

Welches Bild haben Sie persönlich von den folgenden Ländern?

74 % sehen Deutschland positiv 2014: 67
61 % sehen Russland positiv 2014: 47
52 % sehen die USA positiv 2014: 51
24 % sehen Japan positiv 2014: 28
  • Angegeben sind jeweils die Top-2-Werte, also die Summe aus (1) „sehr positiv“ und (2) „eher positiv“ (bei einer 5-stufigen Skala).

Knapp ein Viertel der Deutschen (24 %) gibt an, ein positives Bild von China zu haben. Damit rangiert China in der Wahrnehmung der Deutschen hinter Frankreich (71 %), Großbritannien (59 %), Japan (52 %) und den USA (42 %). Nur Indien (22 %) und Russland (18 %) schneiden schlechter ab.

Deutschland genießt bei knapp drei Vierteln (74 %) der Chinesen ein sehr oder eher positives Ansehen und liegt damit auf Rang zwei, knapp hinter Frankreich (75 %). Der Anteil der Chinesen mit einem positiven Deutschlandbild ist seit 2014 außerdem um 7 Prozentpunkte gewachsen.

Studienüberblick: Wirtschaft und Innovation

„Wirtschaft und Innovation“ ist das zentrale Kapitel der Huawei-Studie. Hier werden die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und China sowie die gegenseitige Wahrnehmung in Bezug auf Wirtschaftswachstum, Innovationsfähigkeit, Produktqualität, Hightech-Kompetenz und Markenbekanntheit beleuchtet.

Bedeutung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen

Welchen Einfluss hat Ihrer Ansicht nach die Wirtschaft in China auf Deutschland?

2,3
Durchschnitt 2014: 2,32012: 2,2
  • sehr großer Einfluss
  • überhaupt keinen Einfluss
  • weiß nicht/keine Angabe
  • (Angaben in Prozent)

Welchen Einfluss hat Ihrer Ansicht nach die Wirtschaft in Deutschland auf China?

2,3
Durchschnitt 2014: 2,32012: 2,2
  • sehr großer Einfluss
  • überhaupt keinen Einfluss
  • weiß nicht/keine Angabe
  • (Angaben in Prozent)

59 % der Deutschen glauben, dass Chinas Wirtschaft einen eher großen (42 %) bzw. sehr großen (17 %) Einfluss auf Deutschland hat. Innerhalb der Gruppe der Wirtschaftsentscheider liegt dieser Anteil bei 69 %, bei den Politikentscheidern sogar bei 90 % der Befragten.

Die chinesische Bevölkerung schätzt die Bedeutung der deutschen Wirtschaft auf China ähnlich hoch ein wie umgekehrt die deutsche Bevölkerung den Einfluss Chinas auf Deutschland: 56 % der Chinesen gehen von einem eher großen (41 %) bzw. sehr großen (15 %) Einfluss aus – das entspricht einem Zuwachs von 12 Prozentpunkten seit 2014.

Einschätzung der Hightech-Kompetenz

Sind chinesische Unternehmen in der Lage Hightech-Produkte herzustellen?

  • ja
  • teils, teils
  • nein
  • weiß nicht/keine Angabe
  • (Angaben in Prozent)

Sind deutsche Unternehmen in der Lage Hightech-Produkte herzustellen?

  • ja
  • teils, teils
  • nein
  • weiß nicht/keine Angabe
  • (Angaben in Prozent)

Die überwältigende Mehrheit der Deutschen und auch der Chinesen sieht im jeweils anderen Land einen Standort für Hightech-Produktion. So glauben 83 % der Deutschen, dass chinesische Unternehmen Hightech-Produkte herstellen können; 89 % der chinesischen Bevölkerung schreiben deutschen Unternehmen diese Kompetenz zu.

Wettbewerbsfähigkeit

Sind chinesische Technologieprodukte international wettbewerbsfähig?

  • ja
  • teils, teils
  • nein
  • weiß nicht/keine Angabe
  • (Angaben in Prozent)

Sind deutsche Technologieprodukte international wettbewerbsfähig?

  • ja
  • teils, teils
  • nein
  • weiß nicht/keine Angabe
  • (Angaben in Prozent)

64 % der deutschen Bevölkerung sind der Meinung, dass chinesische Technologieprodukte international wettbewerbsfähig sind. Innerhalb der Gruppe der Wirtschaftsentscheider meinen dies sogar 67 %, innerhalb der Gruppe der Politikentscheider dahingegen nur 50 % der Befragten.

Deutsche Technologieprodukte werden von 84 % der Chinesen als international wettbewerbsfähig eingeschätzt. Bei den chinesischen Politikentscheidern teilen sogar 91 % diese Einschätzung, bei den Wirtschaftsentscheidern sind es 95 %.

Markenbekanntheit

Welche der folgenden chinesischen Marken kennen Sie?

36 % Lenovo 2014: 30 2012: 27
30 % Huawei 2014: 21 2012: 12
15 % Alibaba 2014: 4 2012: 4
12 % Yingli Solar 2014: 17 2012: 19
6 % SAIC 2014: n.e. 2012: n.e.
  • n. e. = nicht erhoben
  • Die angegebenen Werte entsprechen der Aussage „Kenne ich und ich weiß, worum es sich handelt“.

Welche der folgenden deutschen Marken kennen Sie?

89 % BMW 2014: 85 2012: n.e.
88 % Mercedes 2014: n.e. 2012: n.e.
87 % Volkswagen 2014: 86 2012: 90
82 % Siemens 2014: 87 2012: 91
76 % Adidas 2014: 82 2012: 79
  • n. e. = nicht erhoben
  • Die angegebenen Werte entsprechen der Aussage „Kenne ich und ich weiß, worum es sich handelt“.

Die drei bekanntesten deutschen Marken in China entstammen allesamt der Automobilindustrie – mit außerordentlich hohen Bekanntheitswerten von 87 % bis 89 %.

Chinesische Marken sind in Deutschland weitaus weniger geläufig. Zu den Top-3 der bekanntesten Marken zählen Lenovo (36 %), Huawei (30 %) und Alibaba (15%). Den größten Bekanntheitszuwachs seit 2012 konnten Huawei (plus 18 Prozentpunkte) und Alibaba (plus 11 Prozentpunkte) verzeichnen.

Studienüberblick: Gesellschaft und Kultur

Im letzten Teil der Studie geht es um kulturelle Werte, kollektive Eigenschaften und Einstellungen; außerdem um gesellschaftliche Teilhabe und Wandlungsprozesse in Deutschland und in China. Darüber hinaus wird nach den ganz persönlichen Einstellungen von Deutschen und Chinesen zur jeweils anderen Kultur gefragt.

Zuschreibung von kollektiven Eigenschaften

Zustimmung zu Aussagen über die chinesische Kultur und Mentalität: Chinesen sind …

67 % … ein friedliches Volk. 2014: 71
57 % … eher flexibel und pragmatisch. 2014: 52
41 % … eher tolerant. 2014: 38

Zustimmung zu Aussagen über die deutsche Kultur und Mentalität: Deutsche sind …

68 % … ein friedliches Volk. 2014: 74
62 % … eher flexibel und pragmatisch. 2014: 60
69 % … eher tolerant. 2014: 61

67 % der Deutschen halten die Chinesen für friedfertig. Fast ebenso viele Chinesen (68 %) schreiben den Deutschen genau diese Eigenschaft zu. Außerdem schätzen sich Deutsche (57 %) und Chinesen (62 %) gegenseitig mehrheitlich als flexibel und pragmatisch ein.

Nähe und Distanz

Zustimmung zu Aussagen über die persönliche Einstellung zur chinesischen Kultur:

Ich empfinde die chinesische Kultur als
sehr fremd.
55 % Fremdheit 2014: 57
Ich mag die chinesische Kultur, wie z. B.
Musik, Filme oder Literatur.
37 % Kultur 2014: 38
Ich kann mir vorstellen, ganz oder
auf Zeit in China zu leben.
16 % Längerer Aufenthalt 2014: 21

Zustimmung zu Aussagen über die persönliche Einstellung zur deutschen Kultur:

Ich empfinde die deutsche Kultur als
sehr fremd.
47 % Fremdheit 2014: 50
Ich mag die deutsche Kultur, wie z. B.
Musik, Filme oder Literatur.
65 % Kultur 2014: 58
Ich kann mir vorstellen, ganz oder
auf Zeit in Deutschland zu leben.
45 % Längerer Aufenthalt 2014: 45

55 % der Deutschen empfinden die chinesische Kultur als sehr fremd. 47 % der Chinesen sagen dies über die deutsche Kultur. Dennoch ist die deutsche Kultur in China beliebt. 65 % der Chinesen geben an, die deutsche Kultur zu mögen.
Und 45 % der Chinesen können sich sogar vorstellen, ganz oder auf Zeit in Deutschland zu leben. Bei den Deutschen ist die Bereitschaft, eine Zeit lang in China zu leben, sehr viel seltener anzutreffen (16 %).

Demografische Entwicklung

Ist China durch ein schnelles Bevölkerungswachstum oder durch eine schnelle Alterung der Gesellschaft geprägt?

China ist geprägt durch ein schnelles Bevölkerungswachstum.
53 % 2014: 49
China ist geprägt teils durch schnelles Bevölkerungswachstum, teils durch schnelle Alterung der Gesellschaft.
17 % 2014: 15
China ist geprägt durch eine schnelle Alterung der Gesellschaft.
26 % 2014: 33
weiß nicht/keine Angabe
4 % 2014: 4

Ist Deutschland durch ein schnelles Bevölkerungswachstum oder durch eine schnelle Alterung der Gesellschaft geprägt?

Deutschland ist geprägt durch ein schnelles Bevölkerungswachstum.
18 % 2014: 23
Deutschland ist geprägt teils durch schnelles Bevölkerungswachstum, teils durch schnelle Alterung der Gesellschaft.
10 % 2014: 12
Deutschland ist geprägt durch eine schnelle Alterung der Gesellschaft.
67 % 2014: 61
weiß nicht/keine Angabe
6 % 2014: 4

Mehr als die Hälfte der Deutschen glaubt, China sei durch ein schnelles Bevölkerungswachstum geprägt. Nur gut jeder Vierte (26 %) weiß um die demografische Alterung der chinesischen Gesellschaft. Das zeigen auch die Spontanassoziationen zu China, bei denen „Bevölkerungswachstum“ als zweithäufigste Assoziation genannt wird.

Dahingegen sind die Chinesen weitaus besser über die demografische Entwicklung in Deutschland informiert. 67 % der Befragten wissen, dass die deutsche Gesellschaft durch eine schnelle Alterung geprägt ist.

Bildungssystem im internationalen Vergleich

Welche Position belegt Chinas Bildungssystem im internationalen Vergleich?

China belegt im internationalen Bildungswettbewerb eine Spitzenposition.
54 % 2014: 52
China belegt im internationalen Bildungswettbewerb teils eine Spitzenposition, teils hinkt es hinterher.
19 % 2014: 21
China hinkt im internationalen Bildungswettbewerb hinterher.
18 % 2014: 18
weiß nicht/keine Angabe
9 % 2014: 9

Welche Position belegt Deutschlands Bildungssystem im internationalen Vergleich?

Deutschland belegt im internationalen Bildungswettbewerb eine Spitzenposition.
81 % 2014: 76
Deutschland belegt im internationalen Bildungswettbewerb teils eine Spitzenposition, teils hinkt es hinterher.
5 % 2014: 12
Deutschland hinkt im internationalen Bildungswettbewerb hinterher.
8 % 2014: 10
weiß nicht/keine Angabe
5 % 2014: 3

81 % der Chinesen meinen, dass Deutschland beim internationalen Bildungswettbewerb eine Spitzenposition belegt.

54 % der Deutschen verorten das chinesische Bildungssystem auf einem der vorderen Ränge. Dass sich das chinesische Bildungssystem positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit Chinas auswirkt, nehmen sogar zwei Drittel der Deutschen (68 %) an.